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Zwischen den Atemzügen

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Zwischen den Atemzügen
Britta Röder

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Aus Kapitel 1:

Olli nahm Anlauf. Entschlossen legte er die Hand auf den Türgriff, atmete tief durch und trat schließlich mit so viel Verachtung durch die Wohnungstür, als würde er draußen seinem Todfeind entgegentreten.
Bereits der morgendliche Weg zur Arbeit erfüllte ihn systematisch mit Ekel. Ihn nervte der stinkende Lärm der Autos, das metallische Quietschen der Straßenbahn vor seinem Haus, das bedrohliche Aufheulen der Motorräder. Das Gedränge in der S-Bahn widerte ihn an. Das tumbe Gestampfe, das seinen Mitreisenden aus den Kopfhörern quoll, belästigte ihn, ebenso wie das dumme Handy-Geschwätz der Leute, das desto dümmer es war, desto lauter klang. Er hasste die regelmäßigen Verspätungen durch die er sich genötigt fühlte zu rennen, wollte er seinen Anschluss nicht verpassen. Er hasste es, wenn ihm dabei langsamere Passanten vor die Füße liefen und er gezwungen war, ihnen auszuweichen, wollte er vorwärtskommen. Aber am meisten hasste er, dass ihn am Ende dieses mühsamen Weges nichts anderes erwartete als ein weiterer langweiliger Tag völlig sinnlosen Tuns.
Abgekämpft erreichte er das große Bürohaus, in dem sich die Versicherung befand, bei der er arbeitete. Routiniert zog er am Eingang seine Plastikkarte durch den Scanner. Mit einem satten Summen sprang die schwere Glastür auf und er trat ein. Acht qualvoll lange Stunden lagen ab diesem Moment noch vor ihm. Bis in den sechsten Stock hinauf stieg er zu Fuß. Auf die anfeuernden Morgengrüße der Kollegen, die man im Fahrstuhl traf, konnte er gerne verzichten. Zum Glück war er der Erste auf seiner Etage und erleichtert darüber, noch nicht den prüfenden Blicken der anderen ausgesetzt zu sein, warf er zuerst seinen PC und dann die Kaffeemaschine an. Zwar hatte er keinen Grund zu der Annahme, dass man ihn ausspionierte, aber sein täglich mühsam vorgeschütztes Interesse an allen Themen, die mit seiner Arbeit zu tun hatten, gaben ihm das verzweifelte Gefühl ein Hochstapler zu sein. Diszipliniert kompensierte er sein mangelndes Interesse durch stumpfen Fleiß. Doch da er dort, wo seine Kollegen ehrlichen Spaß an ihrem Tun aufbrachten, nur eine absolute Leere empfand, fühlte er sich wie ein vom Glauben abgefallener Sünder umgeben von Gläubigen, und jeder Tag, an dem er sein Versteckspiel fortsetze, mehrte sein schlechtes Gewissen.
Als seine Kollegen eintrafen saß er bereits tief über seine Tastatur gebeugt und schützte großen Eifer vor.
"Morgen Olli, alter Streber", begrüßte ihn sein Kollege Jo Gabor. "Bist ja schon fleißig. Konntest es wohl kaum abwarten!" Der spöttische Unterton gehörte zu ihrem allmorgendlichen Ritual.
"Nur der frühe Vogel fängt den Wurm", konterte Olli wohlwissend, dass Jo Gabor um keine Antwort verlegen sein würde.
"Der frühe Vogel kann mich mal", lachte sein Gegenüber und ließ sich schwungvoll auf seinen Schreibtischstuhl plumpsen. Olli mochte den immer gut gelaunten und schier unermüdlichen Gabor, der sogar dann noch einen humorvollen Spruch auf den Lippen hatte, wenn er schimpfte. Mit seinen gut vierzig Jahren befand sich Gabor noch immer im hierarchischen Mittelfeld. Er hatte bereits dutzende jüngere Kollegen eingearbeitet und auf der Karriereleiter an sich vorbeiziehen sehen, aber da er seinen mangelnden Ehrgeiz ganz offen zur Schau stellte und sich dadurch noch nie jemandem in den Weg oder irgendeine Autorität in Frage gestellt hatte, war er bei Kollegen und Chefs gleichermaßen beliebt. Aufgrund seines Alters war er mit vielen Vorgesetzten per Du, die sich mit ihm auf Augenhöhe unterhielten. Dass er nicht der fleißigste in der Truppe war, galt als offenes Geheimnis, störte allerdings keinen. Niemand stellte Jo Gabor in Frage. Am allerwenigsten Gabor selbst. Olli beneidete ihn. […]
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Productinformatie
  • Editie:EPUB  Meer informatie
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  • ISBN: 9783862823000
  • Auteur: Britta Röder
  • Uitgave: Acabus Verlag
  • Jaar van uitgave: 2014
  • Taal: Duits
  • Bladzijden: 231
  • Artikelnummer: 59414691
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